Urgroßvater in Uniform
© Dominik Maringer
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Urgroßvater in Uniform

Eine antifaschistische Familienfeier

Konstantin Bez

Recherche, Text, Regie, Performance


Shlomi Moto Wagner

Musik, Gesang, Performance

In jeder Familie, die sich in den 1930er- und 1940er-Jahren in Deutschland aufhielt, gibt es Bezüge zum Nationalsozialismustrotzdem wissen die meisten nur sehr wenig über die konkrete Form der eigenen familiären Geschichte im faschistischen Vernichtungsregime. Der 1990 in Tübingen geborene Schauspieler Konstantin Bez lädt, unterstützt von Sänger* Shlomi Moto Wagner (geb. 1984 in Tel Aviv), zu einer Suche nach verschütteten Familienerinnerungen an den Nationalsozialismus ein. Im Rahmen einer gutbürgerlichen Familienfeier (bei Kaffee und Kuchen oder einem gemeinsamen Abendessen) kommt auf den Tisch, was oft verdrängt oder idealisiert wird: Die Rolle der eigenen Vorfahren zur Zeit des II. Weltkriegs. Ausgehend von einer autobiografischen Recherche untersucht Bez das ideelle und materielle Erbe seiner schwäbischen Herkunftsfamilie und befragt anhand der Geschichten seiner Verwandten das Inventar der deutschen Selbsterzählung von Schuld und Sühne, Erinnern und Vergessen. Im Austausch mit dem Publikum und den Stimmen seiner toten und lebenden Verwandten rekonstruiert er fragmentarische Erinnerungen,  sucht verschwundene Familienfotos, diskutiert Archivmaterialien, interpretiert O-Töne, Lieder und eigene Träume.

Begleitet wird er von Wagner, dessen jüdisch-israelische Familiengeschichte auf ganz andere Weise mit der NS-Zeit verbunden ist. Können wir versuchen, uns gemeinsam zu erinnern? Und wie steht es um die Verbindung zum Faschismus heute? 

Dramaturgie: Anna Volkland | Grafik: Lucas Kuster | Produktion: Ymusic GmbH

Licht & Ton: Ashley Maurice | Gästebewirtung: Marco-Robin Okamoto-Hopf & Nicolaas van Diepen

Aufbau: Bastian Beyer

«Warum erzählt ihr immer die gleichen Anekdoten?


«Habt ihr die auswendig gelernt? Könnt ihr euch an nichts anderes erinnern?»

«Er packt mich mit der rechten Hand im Nacken. Er lacht und schüttelt mich hin und her.  Dabei ruft er: “Schlingel, Schlingel, Schlingel!»

«Das hat man zu dem Zeitpunkt nicht gewusst.»

«Und ich wusste immer, dass irgendwann dieser Griff in den Nacken kommen würde.»


28.05.2025, 19:00 Uhr

Premiere mit Abendessen und Nachgespräch

Industriesalon, Reinbeckstr. 10, 12459 Berlin


29.05.2025, 16:00 Uhr

2. Vorstellung mit Kaffee & Kuchen und Nachgespräch

Industriesalon, Reinbeckstr. 10, 12459 Berlin


29.06.2025, 17:00 Uhr
Sonderaufführung zum 48H Neukölln Kunstfestival
Studio Katharina Haverich, Allerstr. 15, 12049 Berlin

Trailer

Aufgenommen bei der Generalprobe am 27.06.2025.


Einen Mittschnitt der gesamten Aufführung stelle ich bei Interesse gerne zur Verfügung.


Kamera: Laura Leppert

Schnitt: Konstantin Bez


Einige Eindrücke des Publikums, das während der Aufführung eingeladen war, Gedanken und Notizen auf der Papiertischdecke zu hinterlassen. Das entstandene Material konnte im Nachgespräch thematisiert werden und sorgte auch darüber hinaus für Gesprächsstoff unter den Gäst*innen. Zum Vergrößern auf die Kachel klicken.

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